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Software-Test Weihnachtsplausch 2025

KI verstärkt nur, was im Testprozess schon stimmt

Cover zur Podcast-Folge Software-Test Weihnachtsplausch 2025 mit Porträts von Wolfgang Sperling, Christian Mercier und Matthias Groß.
Bei Richard Seidl im Podcast Software Testing zu Gast: ein Jahresrückblick zu KI, Testprozessen und Community mit Wolfgang Sperling und Christian Mercier
KERNTHESEN
  • KI deckt Schwächen im Testprozess schneller auf, als es die Testautomatisierung je getan hat. Ohne saubere Grundlage bringt sie keinen Fortschritt, nur schnelleren Ärger.
  • Nicht-funktionale Qualitätsmerkmale wie Performance, Usability und Barrierefreiheit sind vom Bonus zur Pflicht geworden.
  • Das Skillset im Testen wird technischer, das Bauchgefühl für Fehler bleibt dabei unverzichtbar.
  • Wer Qualitätssicherung erst am Ende einplant, zahlt spürbar mehr, technisch wie finanziell.

Zum Jahresausklang habe ich mit Richard Seidl, Wolfgang Sperling und Christian Mercier im Podcast Software Testing über den Stand der Dinge gesprochen: Was bringt KI im Testen wirklich, was bleibt Handwerk, und wohin bewegt sich der Beruf. Ein Weihnachtsplausch mit vier sehr unterschiedlichen Blickwinkeln auf dieselbe Frage.

KI verstärkt, was schon da ist

Ein Mechanismus aus der Testautomatisierung wiederholt sich gerade mit KI, nur schneller. Ist der zugrunde liegende Testprozess lückenhaft, holt einen das früher oder später ein, mit KI sogar deutlich früher. Wer KI einführt, um unbequeme Fragen zur eigenen Teststrategie zu umgehen, löst damit kein einziges Problem. Die eigentliche Grundlagenarbeit, ein gemeinsames Verständnis von Prozess und Zielen, wird dadurch nicht ersetzt, sondern erst recht zur Voraussetzung.

Nicht-funktionale Qualität wird zur Pflicht

Der Fokus im Testen verschiebt sich spürbar weg von reiner Funktionalität. Performance, Usability und Barrierefreiheit waren früher optional, heute werden sie vorausgesetzt. Mit dem Einsatz von KI-Agenten verlagert sich zudem ein Teil der Qualitätssicherung in den laufenden Betrieb, was neue Aufgaben rund um Risiko-Mitigation und Monitoring mit sich bringt.

Technisches Rüstzeug und Bauchgefühl

Fachliches Wissen allein reicht nicht mehr aus. Der Fachbereich rückt näher an die Technik, die IT rückt näher an den Fachbereich, mit dem Ziel eines gemeinsamen Produkts statt eines Codes, der über den Zaun geworfen wird. Verloren gehen darf dabei die Fehlerintuition nicht: Ein erheblicher Teil aller gefundenen Fehler stammt aus Bauchgefühl, nicht aus einem sauber dokumentierten Testfall. Diese Intuition wächst über Jahre und ergänzt die technische Tiefe, sie ersetzt sie nicht.

Austausch schlägt Alleingang

In einer Zeit, in der KI-Tempo das gewohnte Testvorgehen überholt, bleibt der persönliche Austausch das wirksamste Werkzeug. Regionale Communities zeigen das deutlich: Wenn Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenkommen, entstehen aus dem Alltag heraus konkrete Lösungen, keine Konzepte auf hohem Abstraktionsniveau. Genau das trägt weiter als jedes einzelne Werkzeug.

Die vollständige Folge gibt es bei Richard Seidl zum Nachhören.

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DIE GÄSTE

Wolfgang Sperling ist Director im Bereich Apps & Infra bei Avanade, dem weltweit führenden Anbieter von Microsoft-Services, und Ansprechpartner für den Technology Stack von Microsoft im Kompetenzzentrum für digitale Souveränität bei Accenture. Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt er sich mit Qualitätssicherung in Softwareprojekten, einen großen Anteil davon in kritischen oder herausfordernden Projektsituationen. Gespräche und Austausch über Softwarequalität findet er großartig und ist deshalb aktiv in der Testcommunity TestLänd.

Christian Mercier arbeitet seit 1996 im Finanzdienstleistungsbereich, vom Filialgeschäft über CRM und Strategie bis zur IT, bei Sparkassen, Landesbanken und Konzernbanken. Sein Schwerpunkt liegt heute bei agilen Methoden, mit besonderem Augenmerk auf Testen im agilen Umfeld sowie auf Usability und Systemreife.

Matthias Groß ist Testmanager und Partner der TestGilde GmbH in Esslingen bei Stuttgart und arbeitet seit 2007 in der Softwarequalitätssicherung. Er hat von 2008 bis 2022 an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg gelehrt und betreut dort seit 2015 Projekt- und Bachelorarbeiten. Er ist Mitgründer der Testcommunity TestLänd und Mitglied im Programmkomitee des Software-QS-Tag. Am meisten lernt er im Austausch mit anderen, deshalb liegt ihm die Community so am Herzen.