Zum sechsten Mal hatte das TestLänd zum After Work eingeladen. Dieses Mal öffnete BettercallPaul seine Türen für uns. Als Mitgründer der Community durfte ich den Abend wieder anmoderieren und stellte dabei auch das Rebranding des TestLänd vor. Zum neuen Auftritt gehört die Schreibweise „TestLänd“ ohne Versalien. Dazu kommen neue Farben und ein neues Logo mit der Kontur von Baden-Württemberg und einem Bug.
Für die Vorträge hatten wir 2 Speakerinnen gewonnen. Beide sind extra aus München angereist. Echt genial!
Ein Abend mit starken Zahlen
Knapp 50 Teilnehmende waren dabei. Und wir hatten mal wieder eine sensationelle No-Show-Rate. Von allen Angemeldeten kamen gerade einmal 3 nicht. Wer schon einmal ein Community-Event organisiert hat, weiß das zu schätzen.
Dazu kamen 100 Prozent Frauenquote bei den Vorträgen und 50 Prozent bei den Teilnehmenden. Das ist beeindruckend. Auf der Bühne war ich mit meiner Anmoderation also klar in der Unterzahl. Und das war auch gut so.
Vortrag: E2E-Testautomatisierung im großen Maßstab
Lilia Gargouri sprach über „E2E-Testautomatisierung im großen Maßstab: Architektur, Strategie und Praxiserfahrungen“. Sie spannte den Bogen von der Architektur einer großen E2E-Testautomatisierung über die passende Strategie bis zu ihren eigenen Erfahrungen aus der Praxis.
Man merkte Lilia an, wie sehr ihr Herz an guter Testautomatisierung hängt. Für sie ist das echtes Handwerk. Es verdient dieselbe Sorgfalt wie der Code, den es prüft. Am Ende stand bei ihr der Mensch im Mittelpunkt. Erst Wissen, Erfahrung und Neugier machen aus vielen Tests eine gute Automatisierung.
Eine ihrer Folien passte schon perfekt zum 2. Vortrag. Mehr Testfälle bedeuten nicht mehr Qualität. Und ein grüner Build ist noch kein gutes Produkt.

Vortrag: Der Test ist grün. Das Ergebnis ist falsch.
Silke Köhnlein sprach über „Der Test ist grün. Das Ergebnis ist falsch. Wie Fachwissen, Anforderungen und KI zusammenspielen“. Ihre Botschaft: Auch KI-generierte Tests brauchen eine klare fachliche Beschreibung. Sonst finden sie keine fachlichen Fehler.
Silke erzählte ihren Vortrag als Geschichte. Auf gezeichneten Bildern spielte sie selbst die Hauptrolle. Alles ist grün und das Häkchen leuchtet. Trotzdem stimmt das Ergebnis nicht. Plötzlich fühlt sich ein grüner Test gar nicht mehr gut an. Diesen Moment dürften viele im Raum kennen.
Dazu zeigte sie eine einfache Grafik mit 4 Feldern. Finden wir wenige Fehler, glauben wir gern an gute Software und gute Tests. Wenige Fehler finden wir aber auch, wenn Software und Tests schwach sind. Die Zahl der Fehler allein verrät also nicht, wo wir stehen.


Ihr Vortrag war ein Plädoyer für die Menschen mit Fachwissen. Die KI kann noch so fleißig Tests erzeugen. Was fachlich richtig ist, wissen am Ende die Fachleute.

Pizza, Kaltgetränke und eine Führung um 22 Uhr
Zum Abschluss gab es wieder leckere Pizza und Kaltgetränke. Dabei entstanden Diskussionen, die locker mit dem Niveau der Vorträge mithielten.

Als Bonus gab es um 22 Uhr noch eine Führung durch die Büroräume von BettercallPaul. Dazu gehörten Geschichten und Highlights rund um ihre Gestaltung. Wer um diese Uhrzeit noch bei einer Büroführung mitläuft, hatte offensichtlich einen guten Abend.
Mein Highlight: Das TestLänd wird zur festen Größe
Mein Highlight war kein einzelner Moment, sondern das große Ganze. Das TestLänd wird zu einer festen Größe für den Softwaretest in Baden-Württemberg. Das Interesse an der Community wächst. Die Leidenschaft aller Beteiligten spürte man von Anfang bis Ende.

Fazit: KI verlangt konkrete Antworten
KI im Test treibt gerade alle um. Dabei braucht es zunehmend konkrete Antworten. Ganz oben steht die Frage, wie man KI-generierte Testfälle prüft. Damit schlug der Abend auch die Brücke zum letzten After Work und zum Vortrag von Andreas.
Hängen blieb bei mir ein Satz von Lilia: „Testautomation ist Entwicklertätigkeit. Testautomation mit KI ist auch Entwicklertätigkeit.“ Zusammen mit Silkes Vortrag ergibt das für mich ein klares Bild. KI kann uns schon heute sehr viel abnehmen. Und es wird noch deutlich mehr werden. Dafür muss sie aber richtig orchestriert werden. Genau dafür braucht es Handwerk und Fachwissen.
Ein großes Dankeschön an BettercallPaul für die Gastfreundschaft und die tolle Location, an Lilia und Silke für ihre Vorträge und an alle, die dabei waren.


